Streulicht

Ein Industriegebiet. Die Luft ist hier dicker als anderswo. Eine junge Frau kehrt zurück in ihren Geburtsort. Die Freunde der Kindheit heiraten. Sie begibt sich auf die Spuren ihrer Herkunft, erinnert sich an den Vater, der Tag für Tag im Betrieb in der Nachbarschaft schuftete, an die Wortlosigkeit und Enge, an die Mutter, die von ihrer Kindheit und Jugend in der Türkei erzählte, ihr stilles Gehen irgendwann, an die Schule als ausschließende Institution. »Für mich gab es damals nur zwei Möglichkeiten: sich entweder sehr leise oder sehr laut auszulöschen. Dass es eine dritte Möglichkeit geben könnte, war mir nicht in den Sinn gekommen.«
Deniz Ohde erzählt in ihrem preisgekrönten Debüt von einem Aufwachsen in Ungleichheit und der Allgegenwärtigkeit von Klassismus und Rassismus. Nurkan Erpulat inszeniert den Text als melancholische Coming of age Geschichte, als einen Aufbruch aus den Verhältnissen.  


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Uraufführung am 20/August 2021

Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag Berlin

Foto: Esra Rotthoff
Bühnenfotos: Ute Langkafel

Nach dem Roman von
DENİZ OHDE

Team

Bühne + Kostüme

Zeichnungen

Choreografie

Besetzung

AYSİMA ERGÜN

ÇİĞDEM TEKE

Wojo van Brouwer

Pressestimmen

»Ohne jede Künstlichkeit treten [Aysima Ergün, Çiğdem Teke und Wojo van Brouwer] auf, mit großer Ernsthaftigkeit, manchmal sogar witzig, dann wieder eher still und matt […]. Erzählen von allem mit Konzentration, Gelassenheit und ohne falsche Gefühligkeit. So gelingt die Inszenierung wie aus einem einem Guss, gleitet nahtlos zwischen den Strängen, schildert die Figuren in ihrem komplexen Verhältnis zur eigenen Herkunft.«

Simone Kaempf, Nachtkritik

»Nurkan Erpulat inszeniert am Berliner Maxim-Gorki-Theater die Geschichte einer Arbeitertochter, die sich durch das Bildungssystem kämpft. Streulicht ist trotz seiner Tristesse kraftvolles Erbauungs-Theater, wie man es vom Gorki kennt.«

Fabian Wallmeier, rbb24