Drei Orte im Sommer

Drei Orte im Sommer

Eine biografische Topografie

Die Landschaft rings um das Maxim Gorki Theater ist eine historisch aufgeladene. Millionen von Touristen strömen hier jährlich vorbei auf der Suche nach Geschichte, nach Spuren. An diesen historischen Plätzen verknüpft Hans-WernerKroesinger in seinem inszenierten Spaziergang die großstädtische Realität mit jener von 1914, als Deutschland in der Wissenschaft eine Weltmacht war, ökonomisch bestens aufgestellt, militärisch hochgerüstet. Kroesingers Spaziergang führt durch die Symbollandschaft dieses Stolzes, der die Welt in den Krieg zog: Universität, Neue Wache, Palais am Festungsgraben. Mit ihren Koryphäen Koch, Planck, Einstein, Harnack, Haber war die Berliner Universität Sinnbild der deutschen Wissenschaft und damit des aufgeklärten Deutschland – zahlreiche Professoren stimmten aktiv in den Propagandachor von 1914 ein. Die Neue Wache, Schinkels Präsentationsbau des preußischen Soldatentums war der Hintergrund für die euphorischen Massen im August 1914. Das vornehm zurückgezogene Palais am Festungsgraben war damals preußisches Finanzministerium – das ökonomische Herz eines Landes im Krieg. Der Parcours spiegelt anhand von dokumentarischen Texten die Partikel, die sich im Sandsteinfilter der Architektur abgelagert haben.

Besetzung

Falilou Seck

Thomas Wodianka

Till Wonka