Geschichte des Maxim Gorki Theaters

In der Mitte Berlins, nur wenige Schritte vom Boulevard Unter den Linden, hinter der Neuen Wache, zwischen Palais am Festungsgraben und der Humboldt-Universität, liegt das Maxim Gorki Theater, das sich seit seiner Gründung 1952 als zeitgenössisches Stadttheater in historischer Umgebung versteht.

Die Geschichte des Gebäudes jedoch ist viel älter und beginnt 1827. Der Leiter der Singakademie zu Berlin, Carl Friedrich Zelter, hatte seinen Freund, den Architekten Karl Friedrich Schinkel, mit Entwürfen für den ersten öffentlichen Konzertsaal der Residenzstadt beauftragt, der vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Das Haus am Festungsgraben war aber nicht nur erste Adresse für das musikalische Berlin. 1827 las hier Alexander von Humboldt aus seinen Kosmos -Vorlesungen und 1848 tagte im Saal der Singakademie die Preußische Nationalversammlung.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Singakademie bei einem Bombenangriff schwer zerstört. Schon im Mai 1945 begann die Sowjetische Militäradministration in Deutschland mit der Rekonstruktion des Gebäudes, das 1952 programmatisch als Maxim Gorki Theater wiedereröffnet wurde. Russische und sowjetische Dramatik prägten die Spielpläne; später wurden Autor_innen der DDR hier uraufgeführt.

Fast vier Jahrzehnte ein führendes Theater der Hauptstadt der DDR, ist das Maxim Gorki Theater mit seinem Ensemble heute das kleinste der fünf großen Staatstheater des Landes Berlin. Bisher haben fünf Intendanten das Haus geprägt: Maxim Vallentin (1952 – 1968), Albert Hetterle (1968 – 1994), Bernd Wilms (1994 – 2001), Volker Hesse (2001 – 2006) und Armin Petras (2006 – 2013).

Seit Beginn der Spielzeit 2013/14 haben Intendantin Shermin Langhoff und Co-Intendant Jens Hillje die Künstlerische Leitung des Theaters übernommen, das sich jetzt GORKI nennt. Das Theater lädt ein zu einem Diskurs, der so vielfältig ist, wie die Biographien der Menschen, die in dieser Stadt leben.